Geschichte
Manduria ist die Stadt der Messapier und des Primitivo, im Herzen des tarentinischen Salento. Sie wurde vom antiken illyrischen Volk der Messapier gegründet, das ab dem 8. Jahrhundert v. Chr. das Gebiet des heutigen Salento besetzte. Der Name scheint von „mand-Uria“ abzuleiten, „vor Oria“, da die Stadt ein Vorposten zwischen dem messapischen Zentrum Oria und dem rivalisierenden Tarent war.
Im Laufe der Jahrhunderte führte Manduria Kriege mit dem mächtigen Tarent, das 338 v. Chr. eine Belagerung versuchte. Es fiel dann unter Rom, die Normannen und verschiedene Feudalherren, bis es 1789 durch Dekret Ferdinands I. von Bourbon seinen heutigen Namen erhielt.
Der Reichtum an Kirchen und Klöstern ist so groß, dass Manduria als „Manduria Sacra“ bezeichnet wurde, nach Lecce zweitplatziert im Salento bei der Konzentration religiöser Bauten.
Sehenswertes
Die wichtigste Stätte ist der Archäologische Park der Messapischen Mauern, der sich über etwa 150.000 m² erstreckt und die größte je entdeckte messapische Nekropole beherbergt — etwa 2.500 Gräber aus dem 6. bis 2. Jahrhundert v. Chr. — sowie den dreifachen Ring megalithischer Mauern, errichtet zwischen dem 5. und 3. Jahrhundert v. Chr.
Am Eingang des Parks befindet sich die berühmte Fonte Pliniano, Symbol der Stadt: eine ganzjährige Quelle in einer natürlichen Grotte von 18 Metern Durchmesser, erreichbar über eine in den Fels gehauene Treppe. Ihr Name stammt von Plinius dem Älteren, der in seiner Naturalis Historia das Wunder beschrieb: der Wasserstand bleibt konstant, ob man daraus schöpft oder es hineinregnet. Im Park befindet sich auch die Felsenkirche San Pietro Mandurino, mit byzantinischer, freskengeschmückter Krypta.
Die Altstadt ist ein Labyrinth aus Gassen mit barocken Palästen, dem Dom (Chiesa Madre) mit gotisch-renaissancistischer Fassade von 1532 und dem monumentalen Kalvarienberg. Doch Manduria ist vor allem die Hauptstadt des Primitivo di Manduria DOP, eines der weltweit geschätztesten Rotweine, gefeiert im Museum der Zivilisation des Primitivo-Weins.
Wussten Sie schon…
- Die Fonte Pliniano hält den Wasserstand stets konstant: das Phänomen beeindruckte bereits Plinius den Älteren.
- Die messapische Nekropole von Manduria mit etwa 2.500 Gräbern ist die größte je entdeckte.
- Der Primitivo di Manduria DOP ist einer der weltweit bekanntesten italienischen Rotweine.
- Das Stadtwappen zeigt die Quelle als Brunnen mit einem darüber sprießenden Mandelbaum.
Praktische Informationen
| Öffnungszeiten | Altstadt immer besuchbar. Archäologischer Park im Allgemeinen täglich 9-13 und 16-20 Uhr geöffnet (saisonale Zeiten); auf der offiziellen Website prüfen. |
|---|---|
| Eintritt | Altstadt kostenlos. Eintritt zum Archäologischen Park und den Museen kostenpflichtig. |
| Barrierefreiheit | Die Fonte Pliniano erreicht man über eine in den Fels gehauene Treppe; die Altstadt hat Gassen und historischen Belag. |
| Anfahrt | Von Tarent: etwa 35 km entlang der SS7ter Richtung Lecce. Mit dem Zug über die Ferrovie del Sud Est. |
Nicht verpassen
★ PremiumGusto Primitivo
📍 Vicolo I Marco Gatti, 11, Manduria
Im Corte Borromeo Hotel, eine der besten Gourmetadressen der Gegend.
★ PremiumAll'Hostaria
📍 Via Ferdinando Donno, 27/29, Manduria
Raffinierte Küche in einem stimmungsvollen Innenhof, eines der besten Restaurants der Stadt.
★ PremiumTrattoria Moderno
📍 Via Mercanti, Manduria
Familienbetrieb, herzliche Atmosphäre, eines der authentischsten Erlebnisse im Zentrum.
★ PremiumZia Franca Experience
📍 Via per Maruggio, Manduria
Meeresküche von Chefköchin Franca, eine der meistempfohlenen Adressen der Gegend.
Richtwert-Adressen: Namen, Betreiber und Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte vor dem Besuch prüfen.
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Tipps für den Besuch
- Steigen Sie zur Fonte Pliniano hinab: das Lichtspiel vom Oberlicht schafft eine stimmungsvolle Atmosphäre.
- Verbinden Sie den archäologischen Besuch mit einer Primitivo-Verkostung in einer der Kellereien.
- Die Strände der Küste (San Pietro in Bevagna) sind nur 15 Minuten vom Zentrum entfernt.
- Prüfen Sie die Öffnungszeiten des Parks auf der offiziellen Website: sie ändern sich mit den Jahreszeiten.