Geschichte
Grottaglie ist allgemein als die italienische Hauptstadt der Kunstkeramik anerkannt. Auf einem Hügel des Hochlands der Murge gelegen, wenige Kilometer von Tarent entfernt, verdankt es seinen Namen den zahlreichen in die Gravinen um die Stadt gegrabenen Grotten, wo der Mensch seit der Antike Zuflucht fand.
Die keramische Tradition wurzelt im Mittelalter: im 14. Jahrhundert entstand mit der ersten mittelalterlichen Siedlung entlang der Gravina di San Giorgio das Viertel namens „li Camenn're“ — die Kamine, das heißt die Öfen — noch heute das pulsierende Herz der Keramikkunst. Bereits 1463 bezeugte ein Dokument der Königlichen Zollbehörde von Tarent die Produktion und den Handel der Grottaglie-Majolika.
2025 erkannte die Region Apulien Grottaglie offiziell als Kunststadt an, zur Krönung einer jahrhundertelangen Handwerksgeschichte.
Sehenswertes
Das Herz der Stadt ist das Keramikviertel, ein in Italien einzigartiges, ganz dieser Kunst gewidmetes Gebiet: entlang der in den Felsen gehauenen Gässchen öffnen sich rund fünfzig Werkstätten und Ateliers, viele in antiken unterirdischen Ölmühlen untergebracht, wo die Keramikmeister vor den Augen der Besucher den Ton formen.
Das Viertel wird vom Castello Episcopio überragt, einer imposanten mittelalterlichen Festung (14. Jahrhundert), einst Residenz der Erzbischöfe von Tarent, mit ihrem über 28 Meter hohen Bergfried. Im Inneren beherbergt es das Museum der Keramik, das bedeutendste seiner Art in Apulien, mit über 400 Artefakten, die über 2700 Jahre Geschichte erzählen.
Unter den ikonischsten Kreationen: die „Bianchi di Grottaglie“ mit ihrer unverwechselbaren Farbpalette (Fauligrün, Ocker, Blau und Manganviolett), die großen capasoni zur Aufbewahrung von Wein und Öl, und die pumi, Glücksknospen, die die salentinischen Balkone schmücken.
Wussten Sie schon…
- Grottaglie ist das einzige Zentrum in Italien mit einem ganzen der Keramikproduktion gewidmeten Viertel.
- Die „pumi“ bringen Glück, aber nur, wenn man sie geschenkt bekommt.
- Die Altstadt ist gespickt mit Wandmalereien im Manga-, Anime- und Zeichentrickstil.
- Das Museum der Keramik dokumentiert über 2700 Jahre Töpfertradition.
Praktische Informationen
| Öffnungszeiten | Keramikviertel und Altstadt immer besuchbar. Castello Episcopio und Museum: die Öffnungszeiten konsultieren. |
|---|---|
| Eintritt | Besuch des Viertels und der Altstadt kostenlos. Eintritt zum Museum der Keramik kostenpflichtig. |
| Barrierefreiheit | Die Altstadt und das Keramikviertel weisen Gassen, Treppen und unebenen Belag auf. |
| Anfahrt | Von Tarent: etwa 22 km entlang der SS7 (Appia) oder der Autobahn A14, Ausfahrt Taranto. Auch mit dem Zug. |
Nicht verpassen
★ PremiumFasanoCeramiche
📍 Via Francesco Crispi, 6, Grottaglie
Eine der bekanntesten Werkstätten im Viertel, versendet auch ins Ausland.
★ PremiumBottega Ceramica Di Fasano Antonio
📍 Via Caravaggio, 7, Grottaglie
Offene Werkstatt, große Auswahl an Formen und Farben, Preise für jeden Geldbeutel.
★ PremiumCeramiche Artistiche Pinca
📍 Via Francesco Crispi, 63, Grottaglie
In den Fels gehauene Werkstatt, einzigartige Stücke und lebendige Farben.
★ PremiumCeramiche Artistiche Monteforte Stefano
📍 Via Leone XIII, 5, Grottaglie
Familienbetrieb, Möglichkeit, die Werkstatt im Obergeschoss zu besuchen.
Richtwert-Adressen: Namen, Betreiber und Öffnungszeiten können sich ändern. Bitte vor dem Besuch prüfen.
Vollständige Liste
Richtwert-Liste aus öffentlichen Quellen. Um unter den vorgestellten Partnern zu erscheinen, kontaktieren Sie uns.
Tipps für den Besuch
- Betreten Sie die Werkstätten und beobachten Sie die Meister an der Töpferscheibe: viele zeigen gerne die Arbeitsschritte.
- Für ein authentisches Erlebnis reservieren Sie einen Keramikworkshop und gestalten Sie Ihr eigenes Stück.
- Suchen Sie die versteckten Cartoon-Wandmalereien zwischen den Gassen der Altstadt.
- Besuchen Sie Ende Juli die Veranstaltung „Vino e Musica“ im Keramikviertel.